Guardian Eye auf Linux: Vollständige Installationsanleitung

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation und Ausführung von Guardian Eye auf Ubuntu, Debian, Fedora und Arch Linux. Systemanforderungen, Fehlerbehebung und Best Practices für Linux-Überwachungssysteme.

Min Lesezeit: 12 min

Einführung

Guardian Eye läuft nativ auf Linux und bietet die gleichen leistungsstarken Videoüberwachungsfunktionen wie unter Windows - aber mit den Vorteilen von Stabilität, Sicherheit und Leistung von Linux.

Diese Anleitung behandelt alles Notwendige zur Installation von Guardian Eye auf gängigen Linux-Distributionen, Konfiguration von Kameras und den reibungslosen Betrieb Ihres Überwachungssystems.

Warum Linux für Überwachung wählen?

  • Felsenfeste Stabilität - Linux-Server können monatelang/jahrelang ohne Neustart laufen
  • Bessere Leistung - Geringerer Ressourcenverbrauch bedeutet mehr Kameras auf gleicher Hardware
  • Frei und Open-Source - Keine Lizenzkosten für das Betriebssystem
  • Integrierter Remote-Zugriff - SSH für einfache Headless-Server-Verwaltung
  • Erweiterte Automatisierung - systemd-Dienste, Cron-Jobs, benutzerdefinierte Skripte
  • Perfekt für NAS/Server-Setups - Läuft auf bestehender Heimserver-Infrastruktur

Systemanforderungen

Minimale Anforderungen

Komponente Minimum Empfohlen
CPUDual-Core 1.5GHzQuad-Core 2.0GHz+
RAM2GB4GB+ (8GB für 4+ Kameras)
Speicher10GB System + AufnahmeplatzSSD für OS, HDD für Aufnahmen
Netzwerk100 Mbps EthernetGigabit Ethernet
Linux Kernel5.10+6.0+ (neueste stabile)

Unterstützte Distributionen

  • Ubuntu - 20.04 LTS, 22.04 LTS, 24.04 LTS (empfohlen für Anfänger)
  • Debian - 11 (Bullseye), 12 (Bookworm)
  • Fedora - 38, 39, 40
  • Arch Linux - Rolling Release (fortgeschrittene Benutzer)
  • Andere - Jede Distribution mit .NET 8.0 Runtime-Unterstützung

Installationsmethoden

Methode 1: DEB-Paket (Ubuntu/Debian)

Einfachste Methode für Debian-basierte Distributionen mit automatischer Abhängigkeitsauflösung.

  1. .deb-Paket herunterladen:
    wget https://getguardianeye.com/downloads/linux/GuardianEye-1.0.0-linux-x64.deb
  2. Mit apt installieren:
    sudo apt install ./GuardianEye-1.0.0-linux-x64.deb

    Installiert automatisch .NET Runtime und andere Abhängigkeiten.

  3. Installation überprüfen:
    guardianeye --version
  4. Dienst starten:
    sudo systemctl start guardianeye
    sudo systemctl enable guardianeye # Autostart beim Booten

Methode 2: Tarball (Alle Distributionen)

Manuelle Installation für Fedora, Arch oder andere Nicht-Debian-Distributionen.

  1. .NET 8.0 Runtime installieren:
    # Ubuntu/Debian
    sudo apt install dotnet-runtime-8.0

    # Fedora
    sudo dnf install dotnet-runtime-8.0

    # Arch
    sudo pacman -S dotnet-runtime-8.0
  2. Tarball herunterladen und extrahieren:
    wget https://getguardianeye.com/downloads/linux/GuardianEye-1.0.0-linux-x64.tar.gz
    sudo mkdir -p /opt/guardianeye
    sudo tar -xzf GuardianEye-1.0.0-linux-x64.tar.gz -C /opt/guardianeye
  3. Berechtigungen setzen:
    sudo chmod +x /opt/guardianeye/GuardianEye
    sudo chown -R $USER:$USER /opt/guardianeye

systemd-Dienst einrichten (Autostart)

Guardian Eye automatisch beim Booten starten mit systemd.

  1. Dienst-Datei erstellen:
    sudo nano /etc/systemd/system/guardianeye.service
  2. Dienst-Konfiguration hinzufügen:
    [Unit]
    Description=Guardian Eye Surveillance System
    After=network.target

    [Service]
    Type=notify
    User=guardianeye
    WorkingDirectory=/opt/guardianeye
    ExecStart=/opt/guardianeye/GuardianEye
    Restart=on-failure
    RestartSec=10

    [Install]
    WantedBy=multi-user.target
  3. Dedizierten Benutzer erstellen (Sicherheits-Best-Practice):
    sudo useradd -r -s /bin/false guardianeye
    sudo chown -R guardianeye:guardianeye /opt/guardianeye
  4. Dienst aktivieren und starten:
    sudo systemctl daemon-reload
    sudo systemctl enable guardianeye
    sudo systemctl start guardianeye

Zugriff auf Guardian Eye

GUI-Zugriff (Desktop-Umgebungen)

Bei Desktop-Linux-Distributionen (Ubuntu Desktop, Linux Mint, etc.):

  1. Aus Anwendungsmenü starten: Anwendungen → Multimedia → Guardian Eye
  2. Oder aus Terminal: guardianeye

Web-Interface-Zugriff (Headless-Server)

Für Server ohne GUI bietet Guardian Eye ein Web-Interface:

  1. Guardian Eye läuft standardmäßig auf http://localhost:5000
  2. Zugriff von anderem Computer: http://server-ip:5000
  3. Firewall konfigurieren für Port 5000:
    sudo ufw allow 5000/tcp # UFW (Ubuntu)
    sudo firewall-cmd --add-port=5000/tcp --permanent # firewalld (Fedora)

Kameras auf Linux konfigurieren

USB-Webcam-Erkennung

Guardian Eye verwendet V4L2 (Video4Linux2) für USB-Webcams.

  1. Verfügbare Webcams auflisten:
    v4l2-ctl --list-devices
  2. Geräteberechtigungen prüfen:
    sudo usermod -aG video $USER
    # Abmelden und erneut anmelden
  3. In Guardian Eye: Einstellungen → Kameras → Kamera hinzufügen → USB Webcam → /dev/video0 wählen

IP-Kamera (RTSP) Setup

Wie unter Windows - Guardian Eye verwendet Standard-RTSP-Protokoll.

Einstellungen → Kameras → Kamera hinzufügen → RTSP/IP Kamera → URL eingeben:
rtsp://admin:password@192.168.1.100:554/stream1

Speicherkonfiguration

Dediziertes Aufnahmelaufwerk

  1. Laufwerk dauerhaft mounten:
    sudo mkdir -p /mnt/surveillance
    sudo blkid # UUID Ihres Laufwerks finden
    sudo nano /etc/fstab

    # Zeile hinzufügen (UUID durch Ihre ersetzen):
    UUID=YOUR-UUID-HERE /mnt/surveillance ext4 defaults 0 2

    sudo mount -a
  2. Berechtigungen setzen:
    sudo chown -R guardianeye:guardianeye /mnt/surveillance
  3. In Guardian Eye konfigurieren: Einstellungen → Aufnahme → Ausgabepfad → /mnt/surveillance/recordings

Häufige Probleme & Fehlerbehebung

❌ Problem: "GuardianEye: Befehl nicht gefunden"

Lösungen:

  • Symlink erstellen: sudo ln -s /opt/guardianeye/GuardianEye /usr/local/bin/guardianeye
  • Direkt ausführen: /opt/guardianeye/GuardianEye

❌ Problem: USB-Webcam nicht erkannt

Lösungen:

  • Gerät überprüfen: lsusb und v4l2-ctl --list-devices
  • v4l-utils installieren: sudo apt install v4l-utils
  • Benutzer zu video-Gruppe hinzufügen: sudo usermod -aG video $USER

❌ Problem: Hohe CPU/Speicherauslastung

Lösungen:

  • Kamera-Auflösung/FPS in Einstellungen reduzieren
  • H.264-Hardware-Beschleunigung nutzen wenn verfügbar
  • Ressourcen überwachen: htop oder systemctl status guardianeye

Leistungsoptimierung

1. SSD für OS und Datenbank verwenden

Guardian Eye auf SSD installieren für schnelleren Start. HDD nur für Aufnahmen verwenden.

2. swappiness anpassen (Server mit wenig RAM)

echo "vm.swappiness=10" | sudo tee -a /etc/sysctl.conf
sudo sysctl -p

3. GUI auf Servern deaktivieren

sudo systemctl set-default multi-user.target # GUI deaktivieren

Sicherheits-Best-Practices

  • Als Nicht-Root-Benutzer ausführen - Immer dedizierten guardianeye-Benutzer verwenden
  • Firewall-Konfiguration - Port 5000 nur von vertrauenswürdigen IPs erlauben
  • Reverse Proxy mit HTTPS verwenden - nginx mit Let's Encrypt SSL einrichten
  • Kameras in VLAN isolieren - Kamera-Zugriff auf Internet/Hauptnetzwerk verhindern
  • Regelmäßige Updates - Guardian Eye und Systempakete aktuell halten

Fazit

Guardian Eye auf Linux bietet eine leistungsstarke, flexible und kostengünstige Überwachungslösung. Ob Heimserver, NAS oder dediziertes Sicherheitssystem - Linux' Stabilität und Leistung machen es zur ausgezeichneten Wahl für 24/7-Aufnahme.

Kurzanleitung:

  1. Installation via .deb-Paket (Ubuntu/Debian) oder Tarball (andere)
  2. systemd-Dienst für Autostart einrichten
  3. USB-Webcams via V4L2 oder RTSP-IP-Kameras konfigurieren
  4. Dediziertes Laufwerk für Aufnahmen mit richtigen Berechtigungen
  5. Zugriff via GUI (Desktop) oder Web-Interface (Headless-Server)
  6. Optimierung: Hardware-Beschleunigung, niedrige FPS, swappiness
  7. Absicherung: Nicht-Root-Benutzer, Firewall, HTTPS-Reverse-Proxy

Guardian Eye auf Ihrem Linux-Server ausführen

Ubuntu Server, Debian, Fedora, Arch - Guardian Eye läuft auf allen großen Linux-Distributionen. Perfekt für NAS, Headless-Server oder Desktop-Überwachungssysteme mit voller RTSP-, USB-Webcam- und ONVIF-Unterstützung.

Für Linux herunterladen